Startseite www.karl-geck.de

Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterläßt keine Spuren.

 

In den wirklich wichtigen Momenten des Lebens ist jeder allein.

 

Wenn bei den Babembas in Südafrika ein Stammesmitglied fahrlässig gehandelt oder Unrecht getan hat, wird die betreffende Person ungefesselt zur Mitte des Dorfplatzes gebracht. Die Arbeit wird niedergelegt und alle Dorfbewohner, ob Alt oder Jung, versammeln sich in einem Kreis um sie. Dann spricht jedes Stammesmitglied mit der beschuldigten Person und erinnert sie so ausführlich wie möglich an all das Gute, das sie bisher in ihrem Leben getan hat. Alle ihre an den Tag gelegten Vorzüge, Stärken und Freundlichkeiten werden ausführlich dargelegt. Dieses Stammesritual zieht sich oft über mehrere Tage hin. Zum Schluss wird der Kreis durch ein Freudenfest aufgelöst, bei dem die Person wieder im Stamm willkommen geheißen wird.

(Jack Kornfield)

Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist. Veränderung ergibt sich nicht aus einem Versuch des Individuums oder anderer Personen, seine Veränderung zu erzwingen, aber sie findet statt, wenn man sich die Zeit nimmt und die Mühe macht, zu sein, was man ist; und das heißt, sich voll und ganz auf sein gegenwärtiges Sein einzulassen.

(Arnold R. Beisser)

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, was Du beruflich machst.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst
und ob Du es wagst, davon zu träumen,
Deines Herzens Sehnsucht zu stillen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist,
ich möchte wissen, ob Du riskieren wirst,
wie ein Narr wirken,
um der Liebe willen, um Deiner Träume willen,
für das Abenteuer des Lebens.

Es interessiert mich nicht,
welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du das Zentrum Deines eigenen Kummers berührt hast,
ob Du durch des Lebens Verrat geöffnet worden bist
oder ob Du Dich verhärtet und verschlossen hast
aus Angst vor weiterem Schmerz.
Ich möchte wissen, ob Du Schmerz aushalten kannst,
meinen oder Deinen eigenen, ohne ihn verstecken,
verkleinern oder heilen zu wollen.
Ich möchte wissen, ob Du Freude erleben kannst,
meine oder Deine eigene:
Ob Du mit Wildheit tanzen kannst
und Dich von Ekstase auffüllen läßt
bis in die Finger- und Fußspitzen,
ohne uns zu ermahnen vorsichtig oder realistisch zu sein
oder uns an die Beschränkungen des Mensch-Seins zu erinnern.
Es ist mir egal, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemand anderen enttäuschen kannst,
um Dir selbst treu zu bleiben;
ob Du die Anschuldigung des Verrats ertragen kannst,
ohne Deine eigene Seele zu verraten.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst
und damit vertrauenswürdig.
Ich möchte wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst,
selbst wenn sie nicht jeden Tag hübsch anzuschauen ist,
und ob Du den Ursprung Deines Lebens
aus ihrer Gegenwart entnehmen kannst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolgen leben kannst,
Deinen oder meinen,
und dennoch am Ufer eines Sees stehend
dem silbernen Mond zurufen kannst: »Hurra!«

Es interessiert mich nicht,
wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach der Nacht der Trauer
und Verzweiflung aufstehen kannst, erschöpft und zerschlagen,
und für die Kinder sorgen kannst, wie es nötig ist.

Es ist mir egal, wer Du bist oder wie Du hierher gekommen bist,
ich möchte wissen,
ob Du mit mir inmitten des Feuers stehen wirst,
ohne zurück zu zucken.

Es ist mir gleich, wo oder was und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit Dir alleine sein kannst
und ob Du Deine Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich magst.

(Oriah Mountain Dreamer, Indian Elder)

Wenn Kinder Kinder sind, lieben sie ihre Eltern.
Wenn sie älter werden, verurteilen sie ihre Eltern.
Manchmal verzeihen sie ihnen.

(Oscar Wilde)

Jeder Haß ist Selbsthaß. Ganz egal, was uns eine andere Person angetan hat, wir haben uns selbst gehaßt dafür, daß wir es zugelassen haben.

(Unbekannt)

Autobiographie in fünf Kapiteln:

1.) Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren … ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder heraus zu kommen.

2.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.) Ich gehe eine andere Straße.

 

Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zuläßt, daß seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen – er wird allein sein.
Wo können wir einen solchen Spiegel finden, wenn nicht in unserem Nächsten?
Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich selbst werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohlsein Beitrag leistet. In solchen Böden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

(Hildegard von Bingen / Richard Beauvais)

Unsere tiefste Angst ist nicht, daß wir unzureichend sind.
Unsere tiefste Angst ist, daß wir über die Maßen machtvoll sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten ängstigt.
Wir fragen uns, wer bin ich, brilliant zu sein, großartig, talentiert und hervorragend?
Aber tatsächlich, wer bist Du, es nicht zu sein?

Das Kochen auf kleiner Flamme dient der Welt nicht.
Es liegt nichts Erleuchtetes darin, sich kleiner zu machen, damit sich andere Menschen in Deiner Nähe nicht unsicher fühlen.
Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir unbewußt anderen Menschen die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.

(Marianne Williamson, zitiert von Nelson Mandela in seiner Antrittsrede als Südafrikanischer Präsident, 1994).

Gültiges HTML 4.01
© 2004  Karl Geck Poststraße 11 D-79730 Murg | Impressum